Gewährleistung, Garantie und Kulanz

Defekte am Auto sind immer ärgerlich. Doch wann müssen Sie eigentlich in den eigenen Geldbeutel greifen, wann greift die Gewährleistung, wann die Garantie und wann gibt es einen Anspruch auf Kulanz?

Header-BildIn den ersten zwei Jahren gilt die gesetzliche Gewährleistungspflicht

Auch wenn Probleme mit dem Neuwagen einem den ganzen Spaß am Auto verderben können, aus finanzieller Sicht ist es immer noch am besten, wenn der Wagen gleich liegen bleibt oder Störungen und Defekte in den ersten sechs Monaten nach dem Kauf auftreten.  Denn dann greift auf jeden Fall noch die Gewährleistungspflicht – es sei denn, der  Händler kann beweisen, dass der Mangel bei Übergabe noch nicht vorhanden war.  Grundsätzlich gilt die Gewährleistungspflicht 2 Jahre.  Doch ab dem siebten Monat ist der Autobesitzer in der Beweispflicht.

Zwei Jahre Garantie sind heute die Regel

Bietet der Hersteller als freiwillige Leistung eine Garantie, dann werden alle Mängel beseitigt, egal, ob diese bei  der Auslieferung schon vorhanden waren, oder nicht. Allerdings müssen dann in der Regel alle Wartungsarbeiten bei einem Vertragshändler durchgeführt werden. Heute sind zwei Jahre Garantie beim Kauf eines Neuwagens die Regel. Oft kann gegen Aufpreis eine Garantieverlängerung erworben werden. Als verkaufsfördernde Maßnahme bieten verschiedene Händler auch eine längere Garantie an – im Ausnahmefall bis zu sieben Jahren.

Kulanz ist eine freiwillige Leistung des Herstellers

Treten Mängel erst nach Ablauf der Garantie auf, kann der Hersteller Kulanz gewähren und sich ganz oder teilweise an den Kosten für aufgetretene Schäden beteiligen. Kulanz ist jedoch immer freiwillig. Es besteht kein Anspruch darauf. Kulanz wird oft dann gewährt, wenn Schäden kurz nach Ablauf der Gewährleistungspflicht auftreten. Meistens ist die Voraussetzung hierfür ein regelmäßiger Besuch beim Vertragshändler und eine einwandfrei geführtes Wartungsheft.

Garantie und Gewährleistung bei Gebrauchtwagen

Auch bei Gebrauchten, die noch keine zwei Jahre alt sind,  gilt die zweijährige Gewährleistung, wenn diese  nicht ausdrücklich und schriftlich auf ein Jahr reduziert wird. In vielen Fällen kann es sich lohnen, beim Kauf eine Gebrauchtwagen-Garantie abzuschließen. Diese werden meisten nicht vom Händler oder Hersteller angeboten, sondern von externen Anbietern und Versicherungen.